Reparatur- und Service-Zentrum

Mit der Aktion zum Autoapothekentausch geht unsere gemeinsame zivilgesellschaftliche Hilfsaktion für die Ukraine zu Ende. Octavian, ARBÖ und R.U.S.Z danken für die Spendenbereitschaft!

Der Breitenfurter Spediteur Octavian ist unser Transportpartner für Abholung bzw. Auslieferung von Spenden- bzw. Second-Life-Geräten. Freitags holt er mit seinem großen Kastenwagen alte Haushaltsgroßgeräte von Spendern ab und bringt sie ins R.U.S.Z Wien/Lützowgasse. Montags liefert er generalüberholte Geräte an unsere glücklichen Kund*innen aus. Octavian ist ein langjähriger Weggefährte des R.U.S.Z, stets einen lockeren Spruch auf den Lippen, verlässlich und gut aufgelegt.  

Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine kann Octavian nicht mehr schlafen. Er lebt seit 20 Jahren in Österreich, geboren ist er noch in der Sowjetunion, im moldawischen Chișinău, als einer der letzten Jahrgänge absolviert er seinen Wehrdienst in der Roten Armee. Er ist viel in der Region gereist, hat in Russland gelebt und viele Freunde und Verwandte in der Ukraine. Er kann nicht fassen, was sich dort jetzt abspielt.  

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Auch im R.U.S.Z ist man fassungslos; hier arbeiten viele Nationalitäten zusammen, die dieser Konflikt nicht kalt lässt. Am zweiten Tag der Invasion läutet beim Geschäftsführer Sepp Eisenriegler das Telefon: Octavian will mit seinem Kastenwagen in die Ukraine fahren, das R.U.S.Z soll Spenden sammeln. Er leitet uns ein eMail von Freunden aus Kiew weiter, das vom Geheul der Zivilschutzsirenen und extremer Anspannung handelt und mit einer Liste von dringend benötigten medizinischen Notfallgütern schließt.

Danach geht es Schlag auf Schlag: das R.U.S.Z ruft über seine Kanäle zum Spendensammeln am Standort Lützowgasse auf: Verbandszeug, Powerbanks, Medizin gegen Erkältung und Schmerzen. Erste Abfahrt: Freitag. Auch in Breitenfurt wird gesammelt. Die Spendenbereitschaft ist beachtlich wie erwartet. Der ORF interessiert sich für die zivilgesellschaftliche Aktion, Eisenriegler stellt den Kontakt zwischen Octavian und dem Journalisten Matthias Däuble her, der die erste Fahrt ins Grenzgebiet begleitet und die bemerkenswerte Radioreportage “Octavian will helfen” gestaltet.

In den folgenden beiden Wochen nehmen die Spenden im R.U.S.Z allmählich ab, während die großen Hilfsaktionen wie “Nachbar in Not” und der internationale zivilgesellschaftliche Widerstand gegen den Einmarsch wachsen und an Fahrt aufnehmen. Woher noch mehr Erste-Hilfe-Material auftreiben? Die Idee von abgelaufenen Medikamenten, die sonst weggeschmissen würden, macht die Runde. Auf Anregung seines Zahnarztes wendet sich Eisenriegler mit der Idee des Tausches von ablaufenden Autoapotheken an den Geschäftsführer des ARBÖ Wien, Günther Schweizer, dessen Team in Windeseile eine Kampagne konzipiert:

Bis Mittwoch, 23. März, haben ARBÖ-Mitglieder die Möglichkeit, ihre alte Autoapotheke im Zuge einer wahrgenommenen Dienstleistung gegen eine neue zu tauschen. So wird sichergestellt, dass den Menschen vor Ort wichtiges Verbandszeug zur Verfügung steht und auch ARBÖ-Kund*innen sicherer auf Österreichs Straßen unterwegs sind.

Das ARBÖ-Verkehrsradio (siehe oben) und meinbezirk.at berichten. Der ARBÖ geht davon aus, dass sich 1000 Autoapotheken ausgehen werden für die Menschen, die sich in der Ukraine in Kellern und U-Bahnstationen vor Bomben und Granaten schützen müssen.

Wir danken den vielen Menschen, die geholfen haben, die Not im Kriegsgebiet etwas zu lindern! In Österreich können wir uns glücklich schätzen, dass wir in einem sicheren Land leben. Und daraus erwächst auch eine Verantwortung für Solidarität in Europa und der Welt!

 

Update:

Am 29. März wurden ca. 1.000 Apotheken abgeholt, der ARBÖ hat noch 1.700 MNS-Masken und 20 Babyschalen draufgelegt. Am Morgen des 2. April wurden die Spenden jenseits der ukrainischen Grenze übergeben und nach Kiew weitertransportiert.

Spendenübergabe jenseits der ukrainischen Grenze zum Weitertransport nach Kiew
Spendenübergabe jenseits der ukrainischen Grenze zum Weitertransport nach Kiew