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Reparatur- und Service-Zentrum

Aktuelles zum Reparaturbonus

und Petition für das Reparaturgewerbe

Die Mehrwertsteuer auf Reparaturen soll ab Herbst von 20% auf 10% gesenkt werden. Diese Maßnahme der Bundesregierung ist hinsichtlich des Klimaschutzes ein Signal in die richtige Richtung aber leider nicht mehr; nicht zuletzt, weil Elektro- und Haushaltsgeräte von der Maßnahme ausgenommen sind, und weil "Reparaturbonus" eigentlich mehr bedeuten sollte.

"Die Frau Ministerin Gewessler vermischt geschickt zwei Forderungen des Reparaturgewerbes und tut so, wie wenn beides erfüllt würde," kritisiert Peter Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereines, via Presseaussendung und weiter: "Die Senkung der Mehrwertsteuer fördert zwar Klein-Reparaturen, doch unter Reparaturbonus verstehen die betroffenen Betriebe mehr: Wenn man etwa die Reparaturkosten mit 50% fördern würde und die Kunden nur die Hälfte des bisherigen Preises zahlen müssten, dann wäre das ein in der Praxis viel stärkerer Anreiz Geräte des täglichen Lebens nicht zu entsorgen, sondern reparieren zu lassen."

Es bleibt also zu hoffen, dass bei den von den Grünen angekündigten „möglichen weiteren Maßnahmen zur Förderung von Reparaturleistungen“ auch für die Reparatur allgemein, also auch E-Geräte, Nachbesserungen erfolgen. Damit würde man deutlich mehr ressourcen- und klimaschonende Effekte erzielen können:
"Wenn Waschmaschinen, Notebooks, Staubsauger und Smartphones in der EU um ein Jahr länger gebraucht würden, würde das 4 Millionen CO2 einsparen - das ist gleich viel wie 2 Millionen weniger Autos auf den Straßen", sagt Markus Piringer vom Reparaturnetzwerk auf Ö1 und fordert darüberhinaus neue Produktionsstandards, was die Reparierbarkeit von Geräten betrifft.

Geradezu einem Wunder kommt es gleich, dass mittlerweile auch die Wirtschaftskammer via Presseaussendung eine Ausweitung der Reparaturförderungen anpeilt. Eine direkte Bezuschussung von Reparaturdienstleistungen steht ebenso auf dem Plan wie die Änderung der aktuell geltenden EU-Mehrwertsteuerrichtline zugunsten der Möglichkeit zur Steuerbegünstigung von Elektro- und Haushaltsgeräten, denn: "Die meisten Konsumentinnen und Konsumenten sind enttäuscht und haben wenig Verständnis dafür, dass der steuerliche Reparaturbonus ausgerechnet bei Haushalts- und Küchengeräten, Unterhaltungselektronik oder elektrischem Werkzeug-Gerät nicht greifen soll."

Aufruf zur parlamentarischen Petition

Wir brauchen langlebige und reparaturfreundliche Produkte, statt einer Verdreifachung des weltweiten Rohstoffverbrauches seit den 1970er Jahren. Hochqualifizierte Arbeitsplätze im österreichischen Reparaturgewerbe werden immer weniger.

Allein zwischen 2005 und 2015 haben mehr als 600 Facharbeitskräfte ihre Beschäftigung verloren. Damit schwindet wertvolles Wissen und Auszubildende finden immer weniger attraktive Lehrstellen. Viel zu viele österreichische, kleine und mittlere Reparaturbetriebe mussten im Wettbewerb gegen globale Rohstoffausbeutung zu Dumpingpreisen und unverschämt geringen Lohnkosten in Schwellenländern mittlerweile schließen oder gar in Konkurs gehen.
Im aktuellen Regierungsprogramm findet sich auf Seite 173 ein klares Bekenntnis zur Forcierung von langlebigen, reparierbaren und wiederverwertbaren Produkten.
Darum fordern wir:

  • Eine österreichweit flächendeckende Reparaturförderung wie bereits in der Landeshauptstadt Graz auf kommunaler und in Schweden sogar auf nationaler Ebene.
  • Den gewerblichen Vertrieb von gesetzeskonform aufbereiteten Gebrauchtgeräten mit Gewährleistung.

Hier können Sie unsere Petition online unterschreiben.